Hans-Josef Weihrauch ist von 1969 bis heute im Fühlinger Vereinsleben tätig. Sein Motto: Ehrenamtliches Engagement lebt von ideenreichen und innovativen Ansätzen, die neue Maßstäbe im Ehrenamt setzen und Entwicklungen anstoßen. Wie sein Vetter Klaus Schieffer führt er das soziale und ehrenamtliche Engagement im Sinne seines Großvaters Heinrich Schieffer fort.

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* 1947

 

Mitgliedschaft in Fühlinger Vereinen

Schützenverein                       seit 1981

Sportverein                             seit 1964

Wir Fühlinger                          seit 1981

 

 

Bevor er in das Fühlinger Vereinsleben einstieg, sammelte er ab Mitte der fünfziger Jahre die ersten ehrenamtlichen Erfahrungen als Messdiener in St. Marien. Vereinsmäßig begonnen hat dann alles mit dem Junggesellenverein, den er von 1969 bis zu seiner Hochzeit 1971 leitete.

 

Sportverein

Als es Ende der sechziger Jahre im Sportverein kriselte, sah er Handlungsbedarf. Er ließ sich 1971 in den Vorstand wählen und begann umgehend die organisatorischen Weichen neu zu stellen, um eine nachhaltige, erfolgreiche Tätigkeit des Sportvereins für die Zukunft zu sichern. Seine Vereinspolitik brach auch mit alten Tabus. Gegen teilweise erheblichen Widerstand aus den Reihen des bisher nur Männern vorbehaltenen Fußballvereins setzte Hans-Josef Weihrauch 1973 die Aufnahme von weiblichen Mitgliedern durch.

In den kommenden Jahren dehnte er die Mitgliederwerbung auf Chorweiler und Seeberg aus, auch um insbesondere den dort lebenden Kindern und Jugendlichen eine sportliche Heimat, weg von der Straße,  zu bieten. Dies war so erfolgreich, dass man sich entschloss, den Verein 1977 in SV Fühlingen-Chorweiler eV umzubenennen.

Als Geschäftsführer und Jugendtrainer organisierte und begleitete Hans-Josef Weihrauch in diesen Jahren diverse Fußballjugendreisen mit internationalen Begegnungen, die den Verein u.a. nach Berlin (Hertha Zehlendorf), London (Queenspark Rangers), Kopenhagen (FC København) und Wien (Rapid Wien) führten.

Bereits 1978 führte er die elektronische Datenverwaltung (EDV) im Verein ein und stellte die gesamte Verwaltung des Vereins um. Hier war der Sportverein Vorreiter für viele Vereine in der Umgebung. Gleichzeitig führte er den bargeldlosen Beitragseinzug ein. Ein Novum zur damaligen Zeit. Mit dem nun geordneten Beitragswesen waren die Weichen für die großen Vereinsinvestitionen der Zukunft gestellt.

1978 veröffentlichte er das „Orga-Handbuch“, aus seiner Sicht für ein organisiertes Vereinsleben unverzichtbar. Nach einem Artikel in der Zeitschrift des Landessportbundes wurde dieses „OHB“ in kurzer Zeit von gut 150 Vereinen aus ganz NRW nachgefragt. Ab 1981 brachte er vierteljährlich den "Sportblick“ heraus, die erste Vereinszeitung des Vereins.

In den Folgejahren hat er das sportliche Spektrum, in enger Zusammenarbeit besonderes mit Karl-Heinz Ratajek, seiner Frau Ursula, Horst Klinkenberg und Eugen König, stetig mit neuen Sportangeboten erweitert, sodass der Verein in dieser Zeit einer der größten Sportvereine im Kölner Norden wurde.

Hans-Josef Weihrauch gab immer wieder Anstoß und organisierte gesellige Veranstaltungen des Gesamtvereins. Jubiläen mit teilweise bis zu 800 Gästen im Festzelt in Fühlingen oder das Fest im Mai mit gut 500 Teilnehmern im großen Saal des Bürgerzentrums Chorweiler, wie auch Weihnachtsfeiern dort mit mehr als 400 Mitgliedern sind Beleg dafür. Die Vereinsheimeinweihung 2002, die Kunstrasenplatzeinweihung 2014, wie auch viele kleinere Veranstaltungen hat er organisiert.

Solche Veranstaltungen waren ihm stets wichtig, um nach innen für Mitgliederbindung zu sorgen und nach außen das hervorragende Image des Vereins in Köln zu festigen.

Zusammen mit seiner Frau Ursula organisierte er in den Achtzigern jährliche Vorstandstouren, meist über 2-3 Tage, die ihm ebenfalls wichtig waren, da diese Zusammenhalt und Zusammenarbeit in einem so großen Team ungemein beflügeln. Der Bau des Sportheimes (2000-2002) war ein Unterfangen, das gewissen Mut erforderte. Geplante Herstellungskosten von weit über DM 600.000 trieb allen Vorstandsmitgliedern den Schweiß auf die Stirn. Insbesondere mit seinem Finanzkonzept konnte Hans-Josef Weihrauch jedoch alle überzeugen. Für gut die Hälfte der Baukosten akquirierte er Landes- und kommunale Mittel, wie auch Zuschüsse des Fußballverbandes. Die andere Hälfte brachte er in 4 Jahren durch unterschiedliche Aktionen zusammen. Die Aktion „Verkauf von Bausteinen“ war mit Einnahmen von ca. 115.000 DM am Erfolgreichsten, davon lt. Stiftertafel des Vereins über DM 10.000,-- von Ursula und Hans-Josef Weihrauch.  Darlehnsmittel wurden daher nicht benötigt.

Seine großen Organisationsprojekte Strategie 2000, WWW 2003 (Was läuft falsch, wo wollen wir hin, wer soll es richten?), FFF 2008 (Fit for Future), die unter Beteiligung vieler Mitglieder, 2008 bereits via Internet, stattfanden, zeigten dem Verein und seinen Verantwortlichen immer wieder neue Ansätze für die Zukunft. Erfolgreich war auch seine Internetaktion „Platzpate“, die für den in 2014 neu errichteten Kunstrasenplatz ein Spendenvolumen von mehr als € 32.000 erbrachte. 2015 organisierte Hans-Josef einen 3-Tage Workshop in Wesel, um die teilnehmenden Vorstände und Abteilungsleiter auf die Ausrichtung des Vereins für eine Zukunft nach Horst Klinkenberg/Hans-Josef Weihrauch vorzubereiten.

 

Bürgerverein

Kurz nach seiner Wahl zum Vorsitzenden 1987 installierte Hans-Josef Weihrauch eine nun turnusmäßig erscheinende Information „Fühlingen aktuell“, sozusagen ein Papiervorläufer des heutigen Internetauftritts „Dorfnetz“. Zum Erhalt der Gemeinnützigkeit ließ er die Satzung von 1960 ändern, ein Vereinslogo entwerfen und das erste Fühlinger Branchenverzeichnis (mit über 40 Fühlinger Betrieben) erstellen. Wie im Sportverein erfolgte der Beitragseinzug ab 1987 per Lastschrift und die  Mitgliederverwaltung auf Papier wurde von der EDV abgelöst.

Rechtzeitig zum 30-jährigen erscheint 1990 der von Hans-Josef Weihrauch verfasste  „Fühlinger Bilderbogen“, die erste chronologische Zusammenfassung der Geschichte Fühlingens. Dieses Buch wurde im Jubiläumsjahr über 600 mal zu Gunsten der Vereinskasse verkauft.

Im November 90 organisiert er die 1. Fühlinger Tuppmeisterschaft im Germaniasaal, die sich schnell zu einem gesellschaftlichen Ereignis entwickelte.  Im Januar 1992 legte Hans-Josef Weihrauch seinen Vorsitz nieder. Dies geschah aus beruflichen Gründen sowie der weiterhin umfänglichen Tätigkeit im Sportverein.

Ein von Vielen bis heute immer wieder gern genutzter Satz war dauerhaft Ansporn für ihn. „Das geht heute alles nicht mehr, die Zeiten haben sich geändert“. Für ihn stimmte dieser Ausspruch 1971 nicht und auch nicht 2020. So kam es dann auch, dass er nach dem schleichenden Niedergang des Bürgervereins in den Jahren 2010-14, dem nicht tatenlos zusehen konnte. Er stieg nochmal ein.

Im Frühjahr 2014 entwickelt sein Sohn Christoph die Idee einer Internetplattform für Fühlingen, um darüber das gesellschaftliche Leben im Ort wieder zu intensivieren. Daraufhin brachte Hans-Josef Weihrauch im August alle Ortsvereine zu einem ersten Gespräch zusammen. Als Ergebnis organisierte er dann bis Mitte 2015 mehrere Arbeitstreffen, mit teilweise bis zu 40 interessierten Fühlinger BürgerInnen. Die Mitgliederwerbung hat er intensiv gepusht, mit dem erfreulichen Ergebnis, dass sich der Mitgliederbestand in anderthalb Jahren auf über 500 mehr als verdoppelt hatte.

Nach Jahren der Aufbauarbeit war es für Hans-Josef Weihrauch 2017 an der Zeit, den von ihm im Sportverein eingeführten „Abend für die ehrenamtlich tätigen Kräfte“, kurz Ehrenamtsabend, auch bei „Wir Fühlinger“ zu installieren. 2018 organisierte er dann die erste Ausflugsfahrt in die Vulkaneifel.

Im Januar 2020 gab er seinen Vorsitz ab, nachdem für ihn sichergestellt war, dass auch hier engagierte NachfolgerInnen bereitstanden. Anfang 2021 initierte und organisierte er die Aktion „Fühlingen hilft“ zur Linderung finanzieller Engpässe, der von der Coronpandemie besonders betroffenen Fühlinger Vereine und Gruppierungen sowie der wenigen noch verbliebenen Einzelhandelsgeschäfte. Hier durch konnten Innerhalb von 3 Monaten Mittel von weit über 10.000,-- € zur Verfügung gestellt werden.

 

Auszeichnungen (Vereine, öffentlicher Bereich, Pfarrgemeinde, sonstige)              

goldene Ehrennadel

1982

Sportverein

goldene Ehrennadel mit Brillanten       

1994       

Sportverein

Verdienstnadel in Gold

1997

Fußballverband Mittelrhein

Verdienstplakette in Gold   

1999       

Deutscher Volkssportverband

Ehrenvorstand      

2010

Sportverein    

Ehrenbrief für 40 Jahre Vereinsarbeit

2012       

Stadt Köln

20 Jahre Engagement für Kinderherzen

2017

Fördergem. Deutsche Kinderherzzentren

Ehrung für besonderes bürgerschaftliches Engagement in den Bereichen soziales Leben, lebendige Stadt und Sport

 

2020         

Oberbürgermeisterin Stadt Köln

Ehrenmitgliedschaft     

2021

Wir Fühlinger

 

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Ergänzung der Redaktion: Im Anschluss an die Veröffentlichung dieses Beitrags erreichte uns folgende Zuschrift:

Liebe „Wir Fühlinger e.V“,

wir haben heute den Beitrag „Aktuelles aus Fühlingen“ -Verdienstvolle Persönlichkeiten- gelesen. Danke, dass nun auch  ein Fühlinger  „MACHER“ geehrt wurde, der  sich für den Ort Fühlingen und „Fühlinger Miteinander“ noch immer in den unterschiedlichsten Formen einsetzt und  der anderen ein Vorbild an bürgerliches Ehren-Engagement ist. Er hat es wahrhaft verdient, in Eurem Newsletter geehrt zu werden. 

Wir finden es mehr als erwähnenswert, dass man unseren Jupp hier ehrt! 

Wer Jupp Weihrauch richtig kennt, weiß  -   Jupp ist ein Allround-Talent. 

Im krisengeschüttelten Sportverein setzte er sich ehrenamtlich ein, denn sein Talent im Organisieren ließ er vereinspolitisch alle spüren. 

Damit sich im Verein endlich was regte, unser Jupp  neue Weichen legte. 

Manch einer runzelte die Augenbrauen, denn in seinem Verein, da  gab es bald Frauen. 

Jupp erneuerte nun „seinen Verein“ und führte ein „Orga-Handbuch“ ein. 

Auch mit Datenverwaltung – genannte EDV  - machte Jupp seinen Vorstand „schlau“.

Aber nicht nur  den Fußballsport… Jupp fördert auch andere  „Angebote“  vor Ort. 

Der Bürgerverein – da sind wir nicht  blind - ist von unserem Jupp ein weiteres „Kind“. 

 Was Jupp nicht alles in die Hände nahm, damit der Bürgerverein ans Laufen kam,

darüber könnten wir stundenlang schreiben. Das wissen wir alle. – Wir lassen  es bleiben.

 Keiner hat  hat sich, das haben wir verspürt, so sehr wie der Jupp – für Fühlingen engagiert.

 Wenn wir noch mehr  von diesen Personen hätten, wäre vieles noch besser! – Darauf möchten wir  wetten!

 

Elisabeth Schmitz & Dieter Jochmann

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