Als der Fühlinger Sportverein um 1970/71 herum nach 40 Jahren Fußballsport Lust auf Veränderung bekam, wurde Karl-Heinz Ratajek 1975 Mitglied im SV Fühlingen.

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Man muss dabei wissen, dass der Fußballverein zu dieser Zeit mehr oder weniger aus waschechten Fühlingern oder zumindest ehemaligen Fühlingern bestand.
Als Karl-Heinz Ratajek dann im April 1975 Mitglied wurde, hatte wohl niemand daran gedacht, dass dieser Neue - „einer der ersten Fremdlinge im Fühlinger Sportverein“ - in den folgenden mehr als 25 Jahren die Geschicke des Vereins ganz wesentlich mit beeinflussen sollte.

Mit den Jahren wurde er die ausgleichende Persönlichkeit im Vorstand und ein Glücksfall für den gesamten Verein.
Vorstandssitzungen des Vereins hat Karl Heinz Ratajek mal recht humorig beschrieben. Sie sind heute noch im Vereinsheim am Kutzpfädchen für jedermann lesbar.

Er hat seine Jahre im Verein maßgeblich genutzt, die Sportpalette seines Vereins zusammen mit seinen Vorstandsfreunden ganz wesentlich zu erweitern.
Auf seine Initiative hin wurden die Abteilungen Wandern, Leichtathletik, Behindertensport und Herzsport gegründet. Der Herzsportabteilung stand er 13 Jahre als Abteilungsleiter vor.

1981 führte Karl-Heinz Ratajek die ersten Gespräche mit der Stadt Köln zwecks Nutzung der alten Schule in Fühlingen für die Belange des Sportvereins. Am 8. Januar 1982 konnte er die Räumlichkeiten an die Mitglieder übergeben.
Auch beim wichtigsten Schritt in die Zukunft des Vereins, dem Neubau des Vereinsheimes in den Jahren 1999 bis 2001, war er einer der rührigsten und aktivsten Helfer.
Für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement, wurde er mit dem Ehrenbrief der Stadt Köln ausgezeichnet und erhielt die höchste Auszeichnung des Sportvereins, die goldene Ehrennadel mit Brillanten sowie den Titel des Ehrenvorstandes.

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Berufsschule Perlengraben

Obwohl selbst stark körperbehindert, hat er eine weitere Erfüllung an der Berufsschule Perlengraben in Köln gefunden. 34 Jahre lang (1962-1996) hat er sich dort und oft auch bei sich zu Hause um schwer erziehbare Jugendliche intensiv gekümmert. Auf seine ihm eigene Art hat er sie dabei für das Orthopädie-Handwerk begeistern können.

Die Annahme und die Unterstützung insbesondere von ausländischen Jugendlichen, mit wenig sozialen Kontakten, hat er als seine große Herausforderung gesehen. Er hat immer sofort gesehen, wenn Menschen, die unsere Sprache noch nicht sprachen und teilweise auch anderen kulturellen Gepflogenheiten folgten, auf Unterstützung angewiesen waren.

Das Leben der Jugendlichen und ihre Einbindung in die Gesellschaft und die Vermittlung einer Lebensperspektive war ihm immer ein besonderes Anliegen.
Diese Hilfestellung von Karl-Heinz Ratajek spielte recht oft eine wichtige Rolle für die Alltagsbewältigung und das Wohlbefinden dieser Menschen.

Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland

Persönliche Interessen standen bei Karl-Heinz Ratajek nie im Vordergrund. Die Belange des Sportvereins sowie das Engagement für seine Mitmenschen waren ihm wichtig.

Er gab mit seinem Engagement über Jahrzehnte hinweg vielen, in ihrer Leistungsfähigkeit teilweise stark eingeschränkten Menschen, die Möglichkeit adäquaten Sport zu treiben. Insbesondere gab er aber über persönliche Anteilnahme allen Mut, das Leben so zu meistern wie es eben ist.

Für seine langjährige, selbstlose Tätigkeit in Schule und Sportverein wurde er, auf Betreiben unseres Sportvereins, am 30. Oktober 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

 

 

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